Stromtrasse optimieren

Anwohner im Gespräch mit TenneT

09.03.2020 | Josef Amann | Adlkofen.
Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (3.v.r.) brachte Adlkofens Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer und Anwohner-Vertreter mit Dr. Andreas Schieder (r.) und Dirk Daßler (2.v.r.) von Tennet wegen der geplanten Höchstspannungsleitung durch das Gemeindegebiet
Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (3.v.r.) brachte Adlkofens Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer und Anwohner-Vertreter mit Dr. Andreas Schieder (r.) und Dirk Daßler (2.v.r.) von Tennet wegen der geplanten Höchstspannungsleitung durch das Gemeindegebiet

Die Stromleitung von Altheim über Simbach a. Inn nach St. Peter am Hart in Österreich muss auf 380 kV aufgerüstet werden. Die bestehende 220-kV-Freileitung, die durch das Gemeindegebiet Adlkofen führt, wird im Zuge dessen durch die neue Höchstspannungsleitung ersetzt. Für großen Unmut sorgen nun die Überlegungen, die Trasse über den markanten Riedenberg zu führen.

Seit zwei Jahren setzt sich der Landtagsabgeordnete Helmut Radlmeier (CSU) zusammen mit der Gemeinde Adlkofen dafür ein, dass der Neubau der Leitung durch den Netzbetreiber TenneT möglichst bürgerfreundlich gestaltet wird. An einer Stelle waren die Bemühungen bereits erfolgreich: Bisher durchschneidet die bestehende Stromtrasse die Ortschaft Göttlkofen. Eine neue Leitungsvariante, die im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung erarbeitet wurde, soll dagegen den Ortsteil künftig umgehen.

Nun steht die Trasse aber an anderer Stelle im Fokus: Während der Planungsphase brachte TenneT eine neue Variante über den Riedenberg ins Spiel. Nachdem diese Planungen bekannt wurden, regte sich bald Widerstand in einigen Ortsteilen der Gemeinde Adlkofen. Die Anwohner befürchten einen massiven Eingriff in das Landschaftsbild, da die neue Leitung über den landschaftsprägenden Höhenrücken geführt werden soll. Die Starkstromleitung wäre damit allein durch die Höhenlage weithin sichtbar. Hinzu kommt, dass die Trasse den Wald überspannen soll. Masten mit einer Höhe bis zu 75 Metern wären dafür nötig. Die Gemeinde hat sich bereits gegen die Planung ausgesprochen. Um dennoch zu einer verträglichen Lösung zu kommen, brachte Helmut Radlmeier nun Anwohner und Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer mit Vertretern von TenneT an einen Tisch.

Neue Varianten entwickelt


Dr. Andreas Schieder von TenneT machte deutlich, dass man immer zwischen verschiedenen Schutzgütern wie Mensch, Flora und Fauna abwägen müsse. Ein Verlauf, der sich rein an der Bestandstrasse orientiert, gestaltet sich deshalb schwierig, wie TenneT-Projektleiter Dirk Daßler ausführte. So sei es etwa in Gersteneck nicht möglich, den 200-Meter-Abstand zur Wohnbebauung einzuhalten, den das Landesentwicklungsprogramm Bayern als Grundsatz der Raumordnung vorgebe. TenneT habe deshalb die Riedenberg-Variante entwickelt, weil dort der Abstand entsprechend eingehalten werden würde. Zudem sei diese Trasse die kürzeste, wodurch sich der Eingriff in die Landschaft minimiere.

Bürgermeisterin Maurer freute es, dass die neue Höchstspannungsleitung von der Wohnbebauung in der Gemeinde Adlkofen wegrückt. Allerdings gab sie zu Bedenken, dass der Widerstand gegen eine Trasse über den südlichen Riedenberg groß sei. Eine Stromleitung, die den Wald dort überspannt, wäre weithin sichtbar, bestätigten die Anwohner-Vertreter Albert Götz, Bartholomäus Maierhofer und Alois Oßner. Den Bedarf der neuen Leitung bezweifelte niemand – angemahnt wurde aber eine sinnvolle Trassierung. Doch wo soll die Höchstspannungsleitung künftig verlaufen? Im Gespräch diskutierte man mehrere neue Optionen: Es soll an verschiedenen Stellen versucht werden, Senken im Gelände nutzen, wodurch sich die Masten und die Leitung um einiges besser in die Landschaft einfügen würde. Außerdem wäre der Abstand zu Wohnbebauung größer.

TenneT sagte zu, in den nächsten Wochen die diskutierten Varianten eingehend zu prüfen. Ob sie machbar sind, wird sich dann zeigen. Dass TenneT trotz der fortgeschrittenen Planung noch einmal neue Optionen prüfe, sei ein großer Erfolg, waren sich Bürgermeisterin Maurer, Landtagsabgeordneter Radlmeier und die Anwohner einig.