Das Land bewegen

Bürgerinitiative will Nahverkehr verbessern

05.03.2020 | Josef Amann | Region Landshut.
(v.r.): Sandra Schäkel, Anne Ackermann, Eva Paulus und Ulrich Viethen von der Bürgerinitiative Landbewegung stellten dem Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (2.v.r.) ihre Idee eines besseren ÖPNVs vor.
(v.r.): Sandra Schäkel, Anne Ackermann, Eva Paulus und Ulrich Viethen von der Bürgerinitiative Landbewegung stellten dem Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (2.v.r.) ihre Idee eines besseren ÖPNVs vor.

Entweder mit dem Auto im Stau stehen oder ewig auf einen Bus warten, der nicht wirklich dahin fährt, wohin man müsste: Das Problem kennt man in der Region Landshut zur Genüge. Muss nicht sein, findet die Bürgerinitiative Landbewegung, die den öffentlichen Nahverkehr verbessern will. Dem Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (CSU) stellten sie nun ihre Idee vor.

Gegründet hat sich die Initiative in Tiefenbach aufgrund der Enttäuschungen nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren „Busse, Baby“ 2017 in Landshut und dem Start des Landshuter Verkehrsverbundes 2018. Eigentlich hatten viele, gerade in den stadtnahen Gemeinden des Landkreises Landshut, eine Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs erwartet. Das Gegenteil war der Fall: „Bei uns in der Gemeinde Tiefenbach hat man jetzt drei Tarifzonen“, schilderte Initiatorin Sandra Schäkel. Das bedeutet, dass man in Orten wie Tiefenbach, Ast und Heidenkam drei verschiedene Preise zahlt, wenn man mit dem Bus nach Landshut will. Und das, obwohl die Haltestellen nur einen Kilometer voneinander entfernt in der gleichen Gemeinde liegen. Zusammen mit ihren Mitstreitern Anne Ackermann, Eva Paulus und Ulrich Viethen setzt sich Schäkel deshalb für einen besseren ÖPNV in der Region ein.

Nur Linienbusse könnten das nicht leisten: Große Busse halbleer durch die Region fahren zu lassen, wäre schlicht zu teuer. Man müsse neue Wege gehen, fordert Landbewegung. Mit dem Ausbau des ÖPNVs könne man gleich mehrere Probleme angehen: Die überfüllten Straßen würden entlastet, wenn nicht jeder selbst mit dem Auto in die Stadt müsste. Gleichzeitig spare man sich die Parkplatzsuche. Außerdem könnten manche sich kein eigenes Auto leisten, haben keinen Führerschein oder können und wollen nicht mehr selbst fahren, wie etwa Senioren.

Angebot ergänzen

Möglich machen soll das etwas, was es bisher in Stadt und Landkreis flächendeckend noch nicht gibt: ein sogenanntes „On-Demand Ridepooling“. Dabei teilen sich mehrere Fahrgäste beispielsweise ein Großraumtaxi oder einen Kleinbus. Anders aber als beim Rufbus oder einem Anrufsammeltaxi bestimmt jeder Fahrgast Abhol- und Zielort ganz einfach per Smartphone-App selbst. Dank der digitalen Unterstützung wird die Route berechnet. Die Fahrgäste teilen sich die Kosten und kommen an ihrem jeweiligen Wunschziel zur gewünschten Zeit an. Damit verbindet Ridepooling die Vorteile von Bus und Taxi – ohne die entsprechenden Nachteile.

Eine optimale Ergänzung des bestehenden Angebots, wie die Vertreter von Landbewegung finden. Durch die Einbindung der Taxi- und Busunternehmen könne man außerhalb von Buslinien und Stoßzeiten den Bürgerinnen und Bürgern in Stadt und Landkreis einen bedarfsgerechten öffentlichen Personennahverkehr anbieten. Profitieren würden letztlich alle: Die Kommunen, die Unternehmen und natürlich die Bürgerinnen und Bürger.

Helmut Radlmeier, der sich schon länger für Pooling-Angebote ausspricht, freute sich über die Initiative und sicherte seine Unterstützung zu. Im nächsten Schritt werde man die Entscheidungsträger in Stadt und Landkreis ansprechen. Außerdem plant die Landbewegung Info-Stammtische für diejenigen, die sich an der Bürgerinitiative beteiligen wollen: „Jeder, der sich für eine Verbesserung des ÖPNVs in der Region Landshut interessiert, ist herzlich eingeladen. Je mehr wir werden, desto besser“, so Schäkel. Bei den Veranstaltungen sollen nicht nur Mitstreiter, sondern auch Ideen und Anregungen gesammelt werden. Der erste Stammtisch der Landbewegung findet am Freitag, 6.3., um 19 Uhr im Gasthaus Freischütz in Landshut statt.