Gerlach und die Gründer

Bayerns Digital-Ministerin besucht Gründerzentrum

14.05.2019 | Landshut.
Mit jungen Gründern kamen Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) (5.v.l.), Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) (3.v.l.) und Oberbürgermeister Alexander Putz (FDP) (8.v.l.) im Landshuter Digitalen Gründerzentrum LINK zusammen.
Mit jungen Gründern kamen Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) (5.v.l.), Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) (3.v.l.) und Oberbürgermeister Alexander Putz (FDP) (8.v.l.) im Landshuter Digitalen Gründerzentrum LINK zusammen.

Internet der Dinge, Blockchain, digitale Verwaltung: Judith Gerlach kümmert sich als Bayerns Digitalministerin um die Digitalisierung im Freistaat. Auf Einladung von Landshut Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier besuchte sie das Landshuter Gründerzentrum LINK. Die Ministerin wollte dort herausfinden, wie man Start-ups noch besser unterstützen kann. Ideen hatten die dort angesiedelten Gründer gleich mehrere.

Judith Gerlach ist gewissermaßen selbst Gründerin: Die Staatsministerin hat das neue bayerische Staatsministerium für Digitales aufgebaut. Ein „staatliches Start-up“ also, wie es Gerlach gerne nennt. Nun soll die „digitale Denkfabrik der Staatsregierung“ die Digitalisierung in Bayern mit voranbringen. Dafür sammelt die Ministerin im Freistaat die Eindrücke von jungen Gründern. „Was läuft gut? Was kann noch besser werden? Welche Erfahrungen wurden vor, während und nach der Gründung des Unternehmens gemacht?“, wollte Gerlach von den Jungunternehmern, die im Landshuter Gründerzentrum LINK zusammenkommen, wissen.
Die Angst vor dem Scheitern ist dabei ein großes Hemmnis beim Gründen. Viele scheuten den Schritt zur Gründung eines eigenen Unternehmens, da in Deutschland das Scheitern des Unternehmens oft mit einem persönlichen Versagen gleichgesetzt werde. In den USA sei dies beispielweise ganz anders. Die Hürden seien hierzulande noch zu sehr in den Köpfen drin – das müsse sich ändern, meinten die Gründer. Die Runde war sich einig, dass man hier schon früh ansetzen müsse. Den Gründergeist solle man am besten schon in der Schule fördern.

Ideen gesammelt

Ein ganz handfestes Problem sahen andere bei den verfügbaren finanziellen Mitteln. „Die Idee an sich ist in Deutschland nichts wert“, beklagte ein Jung-Unternehmer. Einen Kredit bei der Bank bekomme man dafür selten. Doch genau ein ausreichendes Startkapital bräuchte es oft, damit man überhaupt starten könne. Außerdem sei es schwierig, Gleichgesinnte für die Gründung zu finden. Eine regionale Online-Plattform könnte hier vielleicht Abhilfe schaffen, so eine Anregung. Auf einer solche Plattform könnte man sich sein Team zusammenstellen und etwa einen Grafiker für sein Projekt finden. Sobald das Team steht, biete Landshuts Gründerzentrum dann die optimale Infrastruktur. 

Das Digitale Gründerzentrum LINK ist Teil des Gründerzentrums Digitalisierung Niederbayern und bietet jungen Gründern günstige Büros, Beratung bei Anträgen sowie ein Netzwerk zum Erfahrungsaustausch. Bis das eigene Gebäude in der Nähe der Hochschule fertig ist, sind die Gründer noch in der Altstadt untergebracht. Gefördert wird das Zentrum vom Freistaat. Das dahinterstehende Programm „Gründerland.Bayern“ lobte Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz als eine „tolle Sache“. Dank dem Gründerzentrum baue die Region seine Innovationskraft als Wirtschaftsstandort weiter aus.

Eigengewächse erfolgreich

Wie richtig die Entscheidung war, ein Gründerzentrum in Landshut einzurichten, zeigte sich in der Gesprächsrunde, in der sich die Gründer mit der Politik austauschten. Die im Gründerzentrum untergebrachten Start-ups beschäftigen sich mit einer breiten Ideen-Palette aus den verschiedensten Bereichen. Eine regionale Handelsplattform für regenerative Energie, die Optimierung von Betriebsabläufen anhand von Daten oder die Vernetzung von Maschinen waren dabei nur einige Beispiele. Philipp Landerer, der als Netzwerkmanager die Aktivitäten rund um das LINK koordiniert, konnte auf so manches erfolgreiche Start-up aus Landshut verweisen. Eines der Landshuter Eigengewächse sei vor kurzem sogar als eines der am schnellsten wachsenden Technologieunternehmen in ganz Deutschland ausgezeichnet worden. Das beeindruckte die Digitalministerin, die den Gründern für die Anregungen dankte und den Teams viel Erfolg bei ihren Projekten wünschte.