Lange Leitung statt schnelles Internet

Daten- und Stromleitungen beschäftigen Gemeinde

24.04.2019 | Adlkofen.
Tauschten sich über die neue Stromleitung sowie über den Breitbandausbau aus: 1. Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier.
Tauschten sich über die neue Stromleitung sowie über den Breitbandausbau aus: 1. Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier.

Der Breitbandausbau in der Gemeinde Adlkofen sowie die Trassierung der Stromleitung durch das Gemeindegebiet waren Themen beim Austausch zwischen Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer und Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier.

Die Gemeinde Adlkofen möchte alle Haushalte im Gemeindegebiet mit schnellem Internet versorgen. Die Hürden dafür sind aber hoch, wie Erste Bürgermeisterin Maurer schilderte: Im zweiten Auswahlverfahren im Jahr 2018 gab es nur zwei Angebote. Dabei ergab sich eine Preisdifferenz vom billigsten zum zweiten Anbieter von fast zwei Millionen Euro. Die Ausschreibung mit dem niedrigstbietenden Angebot muss nun aufgehoben werden, weil Vertragsleistungen seitens der Firma nicht erfüllt werden können. „Das bedeutet, dass wir bei Punkt 0 beginnen. Ob wir bei einer neuen Ausschreibung überhaupt ein Angebot erhalten, sei dahingestellt. Auf jeden Fall müssen wir mit einer Bauausführung von mehreren Jahren rechnen“, so Maurer.

Was die Bürgermeisterin besonders stört:  Die Versorgung mit Breitband ist nicht verfassungsmäßige Aufgabe einer Kommune, der schwarze Peter wird den Gemeinden zugeschoben. So habe sie es selbst erlebt, als sie sich als Kundin im Laden eines Anbieters über einen möglichen Breitband-Anschluss informiert hatte. Als klar wurde, dass ihr Wohnort dafür nicht in Frage komme, habe der Mitarbeiter gesagt, dass die Gemeinde schuld sei.

Als Gemeinde werden wir ziemlich allein gelassen, so Maurer. Gerade der Ausbau von kleineren Ortsteilen gestalte sich schwierig. Die Anbieter würden sich nur die rentablen, größeren Orte herausnehmen. Gleichwertige Lebensverhältnisse innerhalb einer Gemeinde seien daher schwer zu erreichen. Landtagsabgeordneter Radlmeier dankte der Bürgermeisterin für die Anregungen. Er hoffe sehr darauf, dass der Bund bei der Förderung noch einmal nachbessere, damit Deutschland beim Breitbandausbau aufhole. 
 
Stromleitung besprochen

Maurer und Radlmeier besprachen erneut die geplante Umrüstung der Stromtrasse durch das Gemeindegebiet. Dabei soll die bestehende 220-kV-Stromleitung von Altheim nach Matzenhof durch eine 380-kv-Leitung ersetzt werden. Hier setzen sich beide dafür ein, dass die neue Trasse nicht mehr durch die Ortschaft Göttlkofen führt und den Ort damit durchschneidet. Maurer konnte einen Teilerfolg der gemeinsamen Bemühungen verkünden: Der Netzbetreiber Tennet prüft eine alternative Trassenführung, mit der Göttlkofen umgangen werden könnte. Allerdings stehe das Ergebnis noch nicht fest, wie Maurer betonte. Die Bürgermeisterin bedankte sich bei dem Abgeordneten für seine Unterstützung und auch dafür, dass er sich stets für die Anliegen Zeit nimmt.