„Geriatrie mit Empathie“

Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier bei Chefarzt Dr. Robert Bütterich

20.07.2020 | Rottenburg.
Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (3.v.l.) erkundigte sich beim neuen Chefarzt Dr. Robert Bütterich (r.) sowie bei Pflegedienstleiterin Ina Stiller und Standortvertreter Thomas Rohrmeier, wie die Schlossklinik bisher durch die Corona-Pandemie gekommen
Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (3.v.l.) erkundigte sich beim neuen Chefarzt Dr. Robert Bütterich (r.) sowie bei Pflegedienstleiterin Ina Stiller und Standortvertreter Thomas Rohrmeier, wie die Schlossklinik bisher durch die Corona-Pandemie gekommen

Die Schlossklinik Rottenburg hat mit Dr. Robert Bütterich einen neuen Chefarzt – und der hatte mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie gleich einiges zu tun. Dem Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier (CSU) schilderte Bütterich bei dessen Antrittsbesuch, wie die Schlossklinik die Krise gemeistert hat. Außerdem gab er dem Abgeordneten noch Angelegenheiten mit, bei denen die Politik gefragt ist.

Der neue Chefarzt der Schlossklinik, Dr. Robert Bütterich entschied sich nach mehreren Jahren in der Akutgeriatrie und fünf Jahren im Bereich der Rehabilitation für eine neue Herausforderung. „Besonders wichtig war mir dabei der Bereich der Rehabilitation“, so Dr. Bütterich. Er wurde dann auf die Schlossklinik Rottenburg unter dem Dach der Lakumed-Kliniken aufmerksam. Sie hätte einen exzellenten Ruf. Als „Geriatrie mit Empathie“ kann man Bütterichs Arbeitsphilosophie beschreiben: Der Chefarzt legt Wert darauf, sich für seine Patienten Zeit zu nehmen. „Immer nur noch eine OP und noch eine Pille sind auf Dauer nicht die Lösung“, unterstrich Bütterich.

Turbulenter Einstieg

Mit der Corona-Krise hatte der neue Chefarzt zu seinem Antritt gleich eine große Herausforderung zu meistern. Nach den ersten Erkrankungen habe das Hygienekonzept gegriffen und man sei Dank hervorragender Teamarbeit gut durch die Krise gekommen, so Dr. Bütterich. Standortvertreter Thomas Rohrmeier bekräftigte: „Die Krise hat das Personal zusammengeschweißt.“ Ausfälle habe man dank dem großen Einsatz kompensieren können, lobte Rohrmeier. Die Belastung sei groß gewesen, berichtete Pflegedienstleiterin Ina Stiller. Gut ankommen beim Pflegepersonal sei die Anerkennung des Freistaates in Form des Corona-Pflegebonus. „Mittlerweile nähern wir uns wieder dem Normalbetrieb“, führte Rohrmeier aus. Allerdings bleibe man aufgrund der gefährdeten Patienten äußerst vorsichtig. Man setze weiterhin auf strenge Hygieneregeln, um Patienten, Personal und Besucher zu schützen. Das müsse man immer wieder erklären. „Das Besuchsverbot am Anfang und die jetzt geltenden eingeschränkten Besuche sind natürlich für niemanden leicht. Doch die Gesundheit geht vor“, so Rohrmeier. 

Bessere Vernetzung der Gesundheitsämter


Der Standortvertreter gab dem Abgeordneten Radlmeier als Mitglied des Ausschusses für Gesundheit und Pflege noch ein Anliegen mit auf den Weg: So war man bei Neuaufnahmen bzw. Verlegungen und Entlassungen oftmals auf die Expertise aus den Gesundheitsämtern angewiesen. Weil die Patienten der Schlossklinik aus einem großen Einzugsgebiet stammen, habe man sich an mehrere Gesundheitsämter wenden müssen. Dabei hätte sich laut Rohrmeier herausgestellt, dass diese untereinander noch besser vernetzt sein könnten. „Es gab bisweilen keine einheitliche Linie“, machte der Standortvertreter deutlich. „Die Krise hat viele Bereiche und so auch die Gesundheitsämter schlichtweg überrollt. Mit zusätzlichem Personal haben wir Abhilfe geschaffen. Für die Zukunft wollen wir den ganzen Öffentlichen Gesundheitsdienst attraktiver gestalten und so auch verbessern. Daher sind solche Hinweise aus der Praxis sehr wertvoll“, dankte Radlmeier für die Erläuterungen. 

Ein weiterer Wunsch an die Politik: „Der Bund hat uns vergessen“, fasste Rohrmeier zusammen. Per Verordnung hatte das Bundesgesundheitsministerium verfügt, dass die Kosten für präventive Corona-Tests sowohl in Pflegeeinrichtungen als auch in Krankenhäusern von den Krankenkassen übernommen werden. „Für Reha-Einrichtungen gilt das nicht“, so Rohrmeier. Die Vertreter der Schlossklinik baten Radlmeier deshalb, dieses Problem an den Bund weiterzugeben, was der Landtagsabgeordnete zusicherte.