Gute Neuigkeiten in schweren Zeiten

Sozialpädiatrisches Zentrum unterm Rettungsschirm – Lob für Pauschale für frei gehaltene Betten

28.05.2020 | Landshut.
Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (r.) und Geschäftsführer Bernhard Brand vor dem Neubau des Zentrums für integrative Medizin und Psychosomatik am Kinderkrankenhaus St. Marien.
Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (r.) und Geschäftsführer Bernhard Brand vor dem Neubau des Zentrums für integrative Medizin und Psychosomatik am Kinderkrankenhaus St. Marien.

Weniger Patienten, weniger Einnahmen – um die Folgen der Coronakrise für Krankenhäuser aufzufangen, wurde ein Rettungsschirm aufgespannt. Zu Beginn nicht darunter: Die Sozialpädiatrischen Zentren. Das hätte für das Kinderkrankenhaus St. Marien erhebliche Verluste bedeutet. Hier wurde nun nachgebessert, wie Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) mit Kinderkrankenhaus-Geschäftsführer Bernhard Brand besprach. 

Im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) des Kinderkrankenhauses St. Marien werden Kinder und Jugendliche fachübergreifend ambulant behandelt. Diese SPZs waren anfangs nicht vom Schutzschirm des Bundes erfasst, worauf sich Geschäftsführer Bernhard Brand an den Abgeordneten Helmut Radlmeier als Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Pflege wandte. Mit dem Sozialschutzpaket II wurde der Schutzschirm nun auch über Frühförderstellen und Sozialpädiatrische Zentren gespannt.
Bernhard Brand dankte für diese gute Nachricht und die damit verbundene Unterstützung. Lob gab es außerdem für die weiteren Hilfen aus dem Schutzschirm: So erhalten die Krankenhäuser für jedes Bett, das für mögliche Corona-Patienten freigehalten wird, 560 Euro pro Tag. „Solch eine Sockelfinanzierung ist ein sehr guter Weg. Es federt die Kosten, die wir durch die Freihaltung haben, ab“, befand Brand. Angesichts der großen Einnahmeausfälle durch die Pandemie sei das wichtig. Es könnte, so Brand, auch wegweisend für die künftige Finanzierung sein. „Es ist ein systemimmanenter Fehler, dass wir zum wirtschaftlichen Überleben möglichst viele kranke Kinder brauchen. Eine Sockelfinanzierung zur Deckung der Vorhaltekosten wäre der richtigere Weg“.

Sehr früh reagiert

Brand berichtete, dass das Kinderkrankenhaus auf die Corona-Lage sehr frühzeitig und mit umfangreichen Maßnahmen reagiert habe. Im Eingangsbereich wurde eine Besucherabfrage mit Fiebermessen installiert. Zudem wurde baulich abgetrennt mit separatem Eingang auf der Rückseite des Hauptgebäudes eine Fieber- und Hustenambulanz für infektionsverdächtige Patienten geschaffen. Die Wegeführung sowie Sprechstunden und Behandlungszeiten wurden so organisiert, dass sich keine Wege kreuzen. Auch die frühzeitige Verdoppelung beim Einkauf von Schutzkleidung war ein richtiger Schritt. Besonders bewährt hat sich, dass man bereits Mitte Februar eine Hygiene-Taskforce aus der Geschäftsführung, dem hygieneverantwortlichen Arzt, der Pflegedienstleitung und den Hygienefachkräften gebildet hat. Der Geschäftsführer versicherte: „Unsere Organisation ist wasserdicht“. Sowohl Patienten als auch Besucher hätten sehr viel Verständnis für die Corona-bedingten Maßnahmen gezeigt. Nun sei man wieder auf dem Weg zum Regelbetrieb.

Erfreuliche Erweiterungen


Passend zu den guten Nachrichten vom Landshuter Stimmkreisabgeordneten hatte auch der Kinderkrankenhaus-Geschäftsführer Erfreuliches zu vermelden: „Wir werden zum 1. Oktober eine fachärztliche und kinderärztliche Bereitschaftspraxis in unserem Haus haben. Wir sind hier auf einem guten Weg“. Diese wird in den Räumen des Krankenhauses Platz finden und zusammen mit niedergelassenen Kinderärzten betrieben werden. „Dadurch verbessert sich die Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen noch einmal“, freute sich Brand.

Zuwachs bekommt das Kinderkrankenhaus auch an anderer Stelle: Im unmittelbaren Anschluss an das Bestandsgebäude wurde das Zentrum für integrative Medizin und Psychosomatik (ZIP) errichtet. Dorthin wird die bestehende pädiatrische Psychosomatik verlagert sowie Zimmer für chronisch kranke Kinder geschaffen, es sind insgesamt 21 Betten vorgesehen. Auch die Therapieräume, Gemeinschaftsräume und Arbeitsräume für die Therapeuten werden im Neubau untergebracht sein. Dieser wurde notwendig, weil die sich verändernden Erkrankungen andere Behandlungskonzepte und andere Räumlichkeiten erfordern. Das moderne Konzept sei eine qualitative Aufwertung der Behandlungsmöglichkeiten. Der Fortschritt, den das Kinderkrankenhaus mit dem ZIP mache, sei groß, waren sich Brand und Radlmeier einig.