Erfolg auf ganzer Linie

Stromtrasse wird angepasst

20.05.2020 | Adlkofen.
Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) freuen sich nach einer Videokonferenz mit Netzbetreiber TenneT über die guten Nachrichten: Die neue Stromleitung rückt weg von Ortschaften.
Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer und Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (CSU) freuen sich nach einer Videokonferenz mit Netzbetreiber TenneT über die guten Nachrichten: Die neue Stromleitung rückt weg von Ortschaften.

Großen Unmut gab es in der Gemeinde, als bekannt wurde, dass als Ersatz für die 220-kV-Leitung im Gemeindegebiet eine 380-kV-Stromleitung über den landschaftsprägenden Riedenberg gebaut werden soll. Anwohner baten Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer und die Abgeordneten Helmut Radlmeier und Florian Oßner um Unterstützung. Mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt. 

Zunächst hatte Bürgermeisterin Maurer den Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier eingeschaltet. Der Grund: Die neue 380-kV-Leitung hätte nach den Planungen weiterhin die Ortschaft Göttlkofen durchschnitten. Die Gemeinde wünschte sich dagegen eine Umgehung der Ortschaft, um die Anwohner zu entlasten und eine Entwicklung des Ortes zu ermöglichen. Mit Radlmeiers Hilfe gelang es, dass Netzbetreiber TenneT die Planungen entsprechend anpasste.

Über ihren gemeinsamen Erfolg konnten sich Maurer und Radlmeier aber nicht lange freuen, weil die Trassierung an ganz anderer Stelle änderte: Laut der Planung von TenneT sollte die Stromtrasse künftig über den markanten Riedenberg führen und nördlich von Kleinegglkofen an die dort bestehende Stromleitung angebunden werden. Sehr zum Unmut vieler Anwohner, die eine weithin sichtbare Höchstspannungsleitung über den Höhenzug befürchteten. Zusammen mit Maurer und Radlmeier erläuterten die Anwohnervertreter in einem Gespräch im März gegenüber TenneT ihre Bedenken. Alternative Trassierungen wurden ebenfalls diskutiert. TenneT sagte damals zu, alle Varianten genau zu prüfen, um die Belastungen für die Bewohner der einzelnen Ortsteile so gering wie möglich zu halten.

Einwände gefruchtet

Das Ergebnis der Untersuchungen steht nun fest: Die „Riedenberg-Variante“ ist vom Tisch. Wie Maurer und Radlmeier von TenneT erfuhren, sei sie technisch nicht umsetzbar. Problem sei die Anbindung an die Leitung Isar – Ottenhofen nördlich von Kleinegglkofen. Auch andere Variante über den Riedenberg würden nicht weiterverfolgt. Eingriffe in den Wald und die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch die exponierte Lage wären die Folgen jeder Linienführung über den Riedenberg, weshalb die Planer davon Abstand nähmen, erläutert Radlmeier.

Aus diesen Gründen kehrt TenneT zur ursprünglichen Planung zurück: Die neue Freileitung soll so gebaut werden, wie sie schon beim Erörterungstermin im Januar 2019 vorgestellt worden sei. Diese Variante berücksichtigt bereits die Einwände der Gemeinde sowie weiterer Träger öffentlicher Belange. Die „EÖT“ genannte Variante führt sowohl um Kirmbach als auch um Göttlkofen herum, was eine deutliche Verbesserung gegenüber der derzeitigen Belastung durch die bestehende Stromleitung dort ist. Außerdem vergrößert sich bei Gersteneck der Abstand zu den dortigen Wohnhäusern. Neue Ortschaften, wie es bei der „Riedenberg-Variante“ der Falle gewesen wäre, sind nicht betroffen.

Baubeginn 2021


„Das ist ein Erfolg auf ganzer Linie - im wahrsten Sinne des Wortes“, freut sich Radlmeier. Der Bau einer Stromleitung stoße selten auf große Gegenliebe. Es allen recht zu machen, gleiche der Quadratur des Kreises, so Maurer. Umso zufriedener sei man, dass es gelungen sei, alle Ziele zu erreichen, so Maurer und Radlmeier, die den Vertretern von TenneT für die Dialogbereitschaft dankten. Im nächsten Schritt wird die Regierung von Niederbayern die Planungen überprüfen. Sobald TenneT die Erlaubnis hat, soll es mit dem Bau der neuen Stromleitung losgehen: Man rechnet mit einem Baubeginn im kommenden Jahr.

So soll die Stromleitung durch die Gemeinde Adlkofen verlaufen. Grafik: TenneT.