Grüner Wasserstoff für die Modellregion Landshut-Ebersberg-München

Bei Staatskanzlei-Chef für Modellregion geworben

16.10.2019 | Josef Amann | München/Landshut
Die Vertreter der Wasserstoffregion Landshut warben mit Unterstützung der Landtagsabgeordneten Dr. Petra Loibl (3.v.r.) und Helmut Radlmeier (3.v.l.) bei dem Leiter der bayerischen Staatskanzlei Dr. Florian Herrmann (4.v.r.) für ihr Konzept, grünen Wasser
Die Vertreter der Wasserstoffregion Landshut warben mit Unterstützung der Landtagsabgeordneten Dr. Petra Loibl (3.v.r.) und Helmut Radlmeier (3.v.l.) bei dem Leiter der bayerischen Staatskanzlei Dr. Florian Herrmann (4.v.r.) für ihr Konzept, grünen Wasser

Grünen Wasserstoff selbst produzieren und in der Region nutzen – das ist das große Ziel der Bewerbung von Landshut-Ebersberg-München als Wasserstoffregion. Die Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier und Dr. Petra Loibl stellten dem Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Dr. Florian Herrmann, vor, wie die Modellregion zum Leuchtturm in Deutschland werden könnte.

Kurz nachdem Ministerpräsident Dr. Markus Söder in seiner Regierungserklärung Wasserstoff als einen der Energieträger der Zukunft bezeichnet hatte, trafen sich die Vertreter der Wasserstoffinitiative Landshut, ihre Partner Dr. Tobias Brunner und Dr. Christiane Heyer von der Hynergy GmbH aus dem Landkreis München, sowie die Landtagsabgeordneten Dr. Petra Loibl und Helmut Radlmeier mit Staatskanzleichef Dr. Florian Herrmann. Dabei konnte Dr. Ulrich Viethen, Sprecher der Wasserstoffinitiative Landshut, bereits auf einen ersten großen Erfolg zurückblicken: Landshut bekommt Anfang nächsten Jahres eine Wasserstofftankstelle. Der Verein hat aber noch ganz andere Pläne: Unter dem Namen „HyBayern“ wolle man sich beim Bundesförderprogramm „HyLand-Wasserstoffregionen in Deutschland“ bewerben.  In Zusammenarbeit mit den Landkreisen Landshut, Ebersberg und München soll Wasserstoff aus erneuerbaren Energien gewonnen und damit regionale Unternehmer beliefert werden. Die Nachfrage sei groß, unterstrichen die Vertreter der kommenden Modellregion.

Modellregion in Deutschland

HyBayern sieht nahezu ideale Bedingungen für die Bewerbung als Wasserstoffregion: Dank der hohen installierten Photovoltaik-Leistung und Verfügbarkeit von Wasserkraft, sowie perspektivisch Windkraft in ausgewiesenen Korridoren, stünden ausreichend Energie zur Wasserstoff-Produktion in den Landkreisen der Modellregion zur Verfügung. Technisches Know-How sei wegen der Präsenz großer Automobilhersteller in der Umgebung, vielen mittelständischen Zulieferern, Logistikunternehmen und Hochschulen in allen drei Landkreisen vorhanden. Der Mittelstand sei auch die Zielgruppe der Initiative: „Wir stehen für zeitnahe Anwendung zur Vorbereitung des Markteintritts“, betonte Tobias Brunner. Man könne die Technologie rasch in Bussen, LKW, PKW, Gabelstaplern oder Hubwagen einsetzen. Gerade im ländlichen Raum könnten mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge eine große Lücke füllen, da Batterie-Elektrofahrzeuge aufgrund der begrenzten Reichweite dort oft keine Alternative sind, sind die Vertreter der Modellregion überzeugt.

„Mit dem Aufbau der Modellregion kann Bayern in Sachen Wasserstoff durchstarten“, sind sich Ulrich Viethen, Wolfgang Beck und Willi Holzapfel von der Wasserstoffinitiative Landshut sicher. Der Wasserstoff werde nachhaltig aus regenerativen Energieträgern gewonnen, während andernorts in der Regel Erdgas zur Herstellung verwendet werde. Mindestens 4.500 Tonnen klimaschädliches CO2 sollen so jährlich eingespart werden.

Mehrwert für Mittelstand


Die lokale politische Unterstützung haben sich die Initiatoren bereits gesichert: Sowohl die drei Landräte aus Landshut, Ebersberg und München, der Bundestagsabgeordnete Florian Oßner als auch die Landtagsabgeordneten Dr. Petra Loibl und Helmut Radlmeier (alle CSU) unterstützen kräftig. Die beiden letzteren vermittelten nun den Termin mit Staatskanzleichef Dr. Florian Herrmann. Der Staatsminister begrüßte die Bewerbung der Initiative HyBayern beim Bundesförderprogramm „HyLand-Wasserstoffregionen in Deutschland“. Besonders gefiel ihm der praktische Nutzen für die heimischen Betriebe, den ein solches Projekt bringen würde.

HyBayern will zugleich noch einen Schritt weitergehen: In einem bundesweit einmaligen Wasserstoff Technologie-Zentrum wolle man zukünftig etwa Wasserstoff-Antriebe bauen und testen. „Franz Josef Strauß hat zwar nicht das Flugzeug erfunden, aber es ist ihm gelungen, die Flugzeugindustrie – und damit technologischen Fortschritt und Arbeitsplätze – nach Bayern zu holen. Das Gleiche ist mit der Zukunftstechnologie Wasserstoff möglich“, fasste Ulrich Viethen von der Wasserstoffregion Landshut zusammen.