Wertschätzung für gesellschaftliches Engagement

CSU lud zum Runden Tisch

20.07.2018 | Ergolding.
Helmut Radlmeier, Stimmkreisabgeordneter für die Region Landshut (2.v.l.) und Bezirksrätin Martina Hammerl (l.) nahmen die Anliegen der sozialen Verbände und Träger auf und sicherten zu, sich dafür einzusetzen.
Helmut Radlmeier, Stimmkreisabgeordneter für die Region Landshut (2.v.l.) und Bezirksrätin Martina Hammerl (l.) nahmen die Anliegen der sozialen Verbände und Träger auf und sicherten zu, sich dafür einzusetzen.

Gesellschaftliches Engagement, gleich ob ehrenamtlich oder beruflich, stand im Mittelpunkt des Runden Tisches, zu dem die CSU-Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl eingeladen hatten. Festgehalten wurde, dass das Ehrenamt sich wandelt. Auch konkrete Anliegen der einzelnen Träger wurden vorgebracht.

Die CSU-Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl, Helmut Radlmeier, Stimmkreisabgeordneter für die Region Landshut, Prof. Dr. Ralph Pütz, Landtagslistenkandidat, Bezirksrätin Martina Hammerl und Rudolf Schnur, Bezirkstagslistenkandidat, hatten gesellschaftlich engagierte Verbände, Träger und Organisationen eingeladen, um zu erfahren, wie man deren wichtige Arbeit weiter erleichtern könne. Denn, wie Radlmeier eingangs festhielt: „Unsere Gesellschaft ist im Wandel. Megatrends wie Globalisierung, Digitalisierung und Pluralisierung beeinflussen unsere Zivilgesellschaft. Wir sind gefordert, die Veränderungen anzunehmen und darauf zu reagieren.“ Der Abgeordnete betonte: „Wir dürfen aber unsere Wurzeln nicht verleugnen. Denn Bayern ist ein Land mit vielfältigen Traditionen, zu denen besonders das herausragende gesellschaftliche Engagement unserer Bürger gehört.“ 

Damit hatten die Gäste das Wort.  Als allgemeines Problem wurde in der folgenden konstruktiven Diskussion Anzeichen einer schleichenden Verrohung der Gesellschaft ausgemacht. Geschäftsführerin Dr. Hannelore Omari der Lebenshilfe Landshut warnte vor einer aufkommenden Behindertenfeindlichkeit. Sie beschrieb aktuelle Fälle aus Landshut, bei denen behinderte Menschen gezielt angegangen wurden - Schilderungen, die alle Anwesenden entsetzten. Hier müsse eine konsequente Reaktion der Gesellschaft erfolgen, war man sich einig.

Lob für Ehrenamtskarte


Zur Sprache kam auch das Ehrenamt. Dr. Elisabeth-Maria Bauer, Geschäftsführerin der Freiwilligenagentur Landshut (fala), sah als Problem die zunehmende Monetarisierung des Ehrenamts an. Dr. Bauer warb für das echte Ehrenamt ohne Bezahlung, damit dieses Engagement nicht instrumentalisiert wird: „Ehrenamt findet aus einer anderen Motivation statt. Die Ehrenamtlichen wollen kein Geld, sie wollen Anerkennung.“ Lob gab es in diesem Zusammenhang für die Ehrenamtskarte. Eine flächendeckende Ausrollung der Ehrenamtskarte in allen Gemeinden wurde gewünscht. Um die Attraktivität der Karte und damit die Wertschätzung des Ehrenamts zu erhöhen, sollte das Angebot der Akzeptanzstellen vergrößert werden. Radlmeier, der sich im Landtag in der AG Ehrenamt engagiert, konnte diese Eindrücke nur bestätigen.

Festgestellt wurde außerdem ein Wandel im Ehrenamt. Mehr und mehr Menschen engagieren sich projektbezogen, statt sich auf Dauer fest in Vereinen zu binden. Ein Grund dafür könnte auch in den zunehmenden Auflagen und bürokratischen Anforderungen liegen, wie die Runde feststellte. So musste etwa Kunibert Herzing, Vorsitzender des Hospizvereins Landshut, aufgrund neuer Regelungen für gerade einmal drei Angestellte einen Betriebsarzt finden. Der Freistaat steuere hier aktiv gegen, betonte Radlmeier. Bürokratische Regelungen, die praxisfremd sind, solle man ihm deshalb melden. Bezirksrätin Martina Hammerl und Radlmeier hielten abschließend fest: „Ohne das Engagement gerade im sozialen Bereich würde unserer Gesellschaft eine wesentliche Stütze fehlen.“