Wie man die Krankenpflege stärkt

MdL Radlmeier diskutiert mit Vertretern der Krankenhäuser

12.04.2018 | Landshut
Mit Vertretern des Kinderkrankenhauses, der Lakumed-Kliniken und des Landshuter Klinikums diskutierte Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (r.) darüber, wie man die Krankenpflege stärken könne.
Mit Vertretern des Kinderkrankenhauses, der Lakumed-Kliniken und des Landshuter Klinikums diskutierte Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier (r.) darüber, wie man die Krankenpflege stärken könne.

Vertreter der Krankenhäuser in Stadt und Landkreis Landshut hat Helmut Radlmeier, Stimmkreisabgeordneter für die Region Landshut, zu einer Gesprächsrunde zur Krankenpflege eingeladen. Der Landtagsabgeordnete wollte erfahren, in welchen Bereichen man die Krankenpflege stärken könne. Als Dreh- und Angelpunkt kristallisierte sich in dem Austausch der Wunsch nach mehr Personal heraus.

Ob in der Alten- oder in der Krankenpflege: Die Situation ist mehr als angespannt. Deshalb lud der Landtagsabgeordnete Helmut Radlmeier, der zugleich Mitglied im Gesundheitsausschuss ist, Vertreter der regionalen Krankenhäuser ein, um Lösungen speziell für den Bereich der Krankenpflege zu erarbeiten. „In der Krankenpflege muss sich dringend etwas verbessern. Den Schwerpunkt meiner Arbeit in diesem Jahr setze ich daher auf die Pflege“, betonte Radlmeier eingangs. „Das Problem ist, dass hier in erster Linie die Bundesebene oder die Selbstverwaltung entscheidet. Trotzdem werden wir uns im Landtag intensiv engagieren“, versprach Radlmeier. Durch die neue Bundesregierung erhoffe er sich eine neue Dynamik. Um gegenüber Bund und Selbstverwaltung klare Forderungen formulieren zu können, wollte der Abgeordnete von den Anwesenden wissen, wo im Detail Verbesserungen nötig sind.

Mittel für Digitalisierung

Tatsächlich hatten Angelika Alke, Pflegedirektorin des Klinikums Landshut, vom Kinderkrankenhaus St. Marien Geschäftsführer Bernhard Brand, die Pflegedienstleiterinnen Petra Buchecker und Anita Eder sowie Dr. Marlis Flieser-Hartl, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Lakumed-Kliniken, und Rainer Knöferl, Pflegedirektor der Lakumed-Kliniken, einige Anregungen parat. Knöferl brachte ein, dass es inzwischen zu viele administrative Aufgaben gäbe. „Das Pflegepersonal füllt mehr Zettel aus, als dass es am Bett ist“, so Knöferl. Es wurde in diesem Zusammenhang kritisiert, dass manche Daten doppelt und dreifach erhoben würden. So müsse das Personal die Pflegegrade abfragen und übermitteln, obwohl diese den Kassen bereits bekannt sind. Kritisiert wurde außerdem, dass einige Vorgaben vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zu kurzfristig umzusetzen seien. Gefordert wurde im Verlauf des engagierten Gesprächs auch die Digitalisierung voranzutreiben. In diesem Zusammenhang wurden hierfür die notwendigen Finanzmittel eingefordert, um entsprechend in die notwendige Infrastruktur und das Fachpersonal investieren zu können. Nicht nur bei der Digitalisierung, sondern auch allgemein vermisste Geschäftsführer Bernhard Brand vom Kinderkrankenhaus St. Marien „im Gesundheitswesen innovative Konzepte für die Zukunft.“ Angesichts der mangelnden Refinanzierungsmöglichkeiten müsse generell „mehr Geld ins System“, wie Pflegedirektorin Alke zusammenfasste.

Bessere Arbeitsbedingungen

Einig war man sich, dass die Pflege ein sehr wichtiger und erfüllender Beruf sei. Die Bezahlung der Pflegekräfte wurde nicht als großes Problem eingestuft. Das Meinungsbild war eher: „Lieber bessere Arbeitsbedingungen mit mehr Personal als ein paar Euro mehr“. Damit war man beim Kernproblem angelangt: Den Arbeitsbedingungen. Sie könnte man mit mehr Personal noch weiter verbessern. Doch wie kann man mehr Personal gewinnen? Die geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Lakumed-Kliniken, Dr. Marlis Flieser-Hartl, sprach sich dafür aus, die Pflege noch attraktiver zu machen. Sie betonte: „Es gibt keinen schöneren Beruf als die Pflege“. Ein guter Ansatz vor Ort könnte die Schaffung eines Ausbildungszentrums für Gesundheitsberufe sein. In diesem Zentrum könnten die Landshuter Häuser gemeinsam aus- und weiterbilden und so Personal gewinnen und halten. Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier versicherte: „Die angesprochenen Punkte werde ich mit in den Landtag nehmen. Bei Ihren Anliegen haben Sie mich voll an ihrer Seite. Ziel muss es sein, die Arbeitsbedingungen in der Krankenpflege zu verbessern.“