MdL Radlmeier will sich für Verbesserungen in der Pflege einsetzen

Beim Runden Tisch mit Leuten aus der Praxis genau erfahren, wo "der Schuh drückt"

16.03.2018 | Ergolding
Eine wohl bisher einzigartige Veranstaltung: Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier lud die Praxisleute vor Ort gesammelt zu einem Runden Tisch Pflege in der Region Landshut. Im Landtag will Radlmeier die angesprochenen Probleme einbringen.
Eine wohl bisher einzigartige Veranstaltung: Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier lud die Praxisleute vor Ort gesammelt zu einem Runden Tisch Pflege in der Region Landshut. Im Landtag will Radlmeier die angesprochenen Probleme einbringen.

Ergolding. Helmut Radlmeier möchte als direkt gewählter Abgeordneter für die Region Landshut und als Mitglied des Ausschusses für Gesundheit und Pflege des Bayerischen Landtages noch heuer Verbesserungen in der Pflege auf den Weg bringen.

„Es drängt die Zeit. Wir brauchen jetzt Lösungen“, so Radlmeier. Deshalb lud er Personen aus der Praxis vor Ort zu einem Runden Tisch Pflege in der Region Landshut in den Gasthof Meyer ein. Radlmeier erfuhr dort aus erster Hand, wo Verbesserungen dringend nötig sind. Radlmeier versicherte: „Ich werde all diese Punkte mit in den Bayerischen Landtag nehmen und Lösungen erarbeiten.“

Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier betonte eingangs, dass, auch wenn das Gesundheitssystem von der Bundesgesetzgebung, den Kassen und der Selbstverwaltung bestimmt würde, es wichtig sei, sich in der Landespolitik einzubringen. Man müsse die Probleme klar benennen. Radlmeier: „Die Pflege ist nicht sexy. Sie hat leider nicht die Lobby, die sie verdient. Doch unsere Rufe aus dem Landtag finden immer mehr auf Bundesebene Gehör!“
 
Die Probleme
 
In der anschließenden sehr konstruktiven Diskussion mit Vertretern der Pflegeheime, der ambulanten Pflegedienste und der Pflegefachschulen aus der Region Landshut wurde schnell klar, wo die Probleme liegen: Kern der Problematik ist der große Personalmangel. Es gibt schlicht zu wenig Personal. Und zwar sowohl zu wenig Fachkräfte als auch zu wenig Helfer. Der Markt sei aufgrund des großen Bedarfs fast leergefegt. Die Anerkennung von Fachkräften aus dem Ausland könnte etwas zur Linderung beitragen. Hier dauerten allerdings die Verfahren in den Botschaften oft zu lange, wurde bemängelt.
Die Pflege-Fachkräfte seien zudem zu viel mit organisatorischen Aufgaben beschäftigt. Wegen der hohen bürokratischen Vorgaben bräuchte man beispielsweise in Pflegeheimen eigene Stationssekretärinnen. Diese würden aber nicht refinanziert werden. Deshalb sei das Pflegepersonal mit vielen Verwaltungstätigkeiten beschäftigt. Zeit, die für die eigentliche Pflege am Bett fehle.
Dazu trage auch der Personalschlüssel bei. So fehlen beispielsweise durch die Erhöhung des Personalschlüssels für den Nachtdienst nun diese Kräfte beim Tagdienst. Der Gedanke des sog. Nachtwachenschlüssels sei grundsätzlich gut gewesen, aber man müsse nun mehr Personal zur Verfügung stellen, so die Stimmung beim Runden Tisch. Wenig Unzufriedenheit wurde bei der Bezahlung geäußert, auch wenn moniert wurde, dass Altenpfleger weniger verdienen würden wie Krankenpfleger.
 
Lösungen erarbeiten

 
Deutlich wurde in der Diskussion aber auch, dass alle in der Pflege Beschäftigten ihren Beruf sehr gerne ausüben. Es sei ein sehr schöner und sehr erfüllender Beruf, wurde mehrmals betont. Doch die Rahmenbedingungen müssten noch verbessert werden. Genau da möchte Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier jetzt ansetzen. Man brauche vor allem mehr Personal. Dafür solle man alle nötigen Register ziehen, forderte der Gesundheitspolitiker. Potenzielle Quereinsteiger und Berufsrückkehrer müsse man gezielt ansprechen und für den Beruf begeistern. Außerdem solle man mehr Bufti-Stellen in den Pflegeeinrichtungen einrichten, um den Wegfall der Zivis zu kompensieren. Bürokratische Vorschriften gehörten auf den Prüfstand, regte Radlmeier an: „Weniger Bürokratie – mehr Menschlichkeit muss die Devise sein.“ Insgesamt sollten die Arbeits- und Rahmenbedingungen für das Pflegepersonal verbessert werden. Helmut Radlmeier: „Wir müssen jetzt alle zusammenhelfen. Wir müssen der Pflege den hohen Stellenwert geben, den sie verdient hat. Auch wenn das Geld kostet.“